Valle de Asco - Dia-Faszination-Natur

Mount Ngarahoe im Tongariro Nationalpark in Neuseeland
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Aufregende Fahrt ins Valle de Asco
Das 33 km lange Valle de Asco gehört laut Reiseführer zu den spektakulärsten Strecken auf Korsika. Und so starten wir am späten Vormittag bei Sonne mit leichten Schleierwolken und starkem Wind mit hohen Erwartungen und ich mit flauem Magen.
Zum Glück verläuft die Anfahrt am 22.05.2025 zunächst auf der gut ausgebauten T30, so dass sich mein Magen nach dem Frühstück beruhigen kann, bevor es in die enge und kurvenreiche Bergstrecke geht. Ich habe in jedem Urlaub früher oder später Magenprobleme, in Korsika bereits ab dem ersten Tag nach der Anreise. Das ist ein neuer Rekord.
Das Wetter verschlechtert sich dramatisch und die Sonne kommt bereits kurz hinter Calvi nicht mehr durch das dichte Wolkenmeer, das nicht nur die umliegenden Berge umhüllt. Aber ehrlich gesagt ist uns das Wetter langsam fast egal. Und Schlechtwetteraufnahmen können durchaus auch ihren Reiz haben. Und mal ganz ehrlich: So außergewöhnlich sind die korsischen Berge auch wieder nicht, zumindest nicht, wenn man sie nur vom Auto aus betrachtet. Wahrscheinlich hätten wir schon viel früher nach Korsika kommen sollen, als wir noch leidenschaftlich gerne Bergwanderungen in allen Schwierigkeitsgraden unternommen haben und noch keine Probleme mit langen kurvenreichen Autofahrten hatten. Aber dafür ist es nun zu spät.
Ein Schrecken kommt selten allein
Als wir ins Asco-Tal einbiegen, stelle ich fest, dass die Straße immerhin einen Mittelstreifen hat. Das lässt hoffen. Besonders breit ist sie aber trotzdem nicht, aber immerhin gibt es relativ viele Ausweichstellen, die wir natürlich sofort nutzen, als ein größeres Baustellenfahrzeug in Sicht kommt. Nachdem es auch nach einer gewissen Wartezeit nicht erneut in Sicht kommt, fahren wir los und – tara! – der LKW kommt uns entgegen. Scheinbar hatte der andere Fahrer dieselbe Idee wie ich, nämlich, dass der andere stehen geblieben ist und wartet. Wir kommen aber aneinander vorbei. Puh! Den ersten Schreck gut haben wir also gut überstanden. Der nächste kommt wenig später.
An einer Stelle, an der bereits mehrere Fahrzeuge stehen, weil gegenüber von einem kleinen Freizeitpark liegt, der nur nach telefonischer Rücksprache zugänglich ist, schnappen wir uns den letzten freien Platz, damit ich endlich in aller Ruhe fotografieren kann. Für die perfekte Perspektive muss ich ein paar Meter zurückgehen und dabei einigen nachkommenden Fahrzeugen ausweichen und übersehe dabei prompt, dass es an der vegetationsreichen Stelle neben der Straße ein ganzes Stück nach unten geht. Das merke ich erst, als ich ins Straucheln komme und das Gleichgewicht verliere. Zum Glück kann ich mich an einer Mauer oder einem Felsen festhalten und der linke Fuß, der seit einer schweren Verletzung am Ende einer 8-9-Stunden-Tour immer mal wieder Probleme verursacht, tut auch nur kurz weh. Ich rapple mich wieder auf, mache meine Fotos und passe ab da wieder besser auf, wo ich hintrete.
Aber viele Fotostopps legen wir ohnehin nicht ein, weil man an den meisten Stellen nicht stehenbleiben kann, ohne einen Unfall zu riskieren. Wie gesagt, zählt diese Strecke zu den spektakulärsten der ganzen Insel und es ist entsprechend viel los.
Windige Pause in Bar
Den Abstecher nach Asco sparen wir uns und legen stattdessen eine kurze Pause auf der wind-umtosten Aussichtsterrasse eines luftig gelegenen kleinen Berghotels ein. Ein paar Landsleute, die kurz nach uns ankommen, setzen sich in den windgeschützten Bereich unterhalb des Hotel-Restaurants. Das hätten wir vielleicht auch besser machen sollen. Aber wer kann schon ahnen, dass der Wind eine halb volle Dose Eistee umwirft und zwar genau so, dass der Inhalt auf Manfreds Hose landet. Zum Glück trocknet die ziemlich schnell und es gibt auch keine Flecken.
Tierische Unterbrechungen
Wir hatten auch vorher schon keine große Lust mehr, die restlichen 16 km des Tals zu erkunden. Außerdem werden die Wolken werden immer bedrohlicher und laut Aussage der Bedienung ist der starke Wind nicht normal. Also fahren wir zurück und sind im richtigen Moment am richtigen Ort. Eine Gruppe Motorradfahrer aus München, die mitten auf der Straße angehalten haben, lassen darauf schließen, dass es etwas Besonderes zu sehen gibt, sprich Tiere. In diesem Fall hält eine Herde Ziegen den Verkehr auf. Und ausgerechnet jetzt ist der Akku meiner Kamera leer, obwohl ich gar nicht so viel fotografiert habe. Meine Kameratasche mit dem Ersatz-Akku finde ich auch nicht, weil ich meine Jacke drauf geworfen habe, die ich angezogen habe, als wir bei windigen 17° C unseren Eistee getrunken habe. Zum Glück kann Manfred aushelfen und wir können die Tiere fotografieren, auch als sie über die Straße laufen und die Felsen auf der anderen Seite erklimmen. War das vielleicht wieder aufregend!
Und noch ein Beinahunfall
Kurz darauf wird es noch aufregender, als uns ein Fahrzeug mit zwei reiferen Damen entgegenkommt, die entschieden zu weit auf unserer Seite fahren und aus irgendeinem Grund partout nicht auf ihre Seite rüberfahren, sondern es vorziehen, dass wir uns Zentimeter für Zentimeter aneinander vorbei schieben. Im nächsten Moment kommen zwei weitere Fahrzeuge um die Kurve geschossen, als wären sie allein auf der Welt, das zweite ist ein Taxi, das dicht am ersten Fahrzeug dranhängt. Schreck lass nach! Langsam reicht es wirklich. Wir haben einfach beide keine Nerven mehr für solche Kamikaze-Fahrten.
Von Tieren lassen wir uns gerne ausbremsen
Von Tieren lassen wir uns hingegen immer gerne ausbremsen und wir freuen uns über zwei Kühe auf der Straße und auch über einen Esel, der scheinbar in ein Haus gehen möchte. Am Ende sind sind wir beide froh, als wir wieder auf der gut ausgebauten Hauptstraße sind. Auf dem Rückweg nach Calvi fängt es teilweise ziemlich stark zu regnen. Vermutlich regnet es im Asco-Tal mittlerweile auch und da wäre es sicher unangenehmer als auf der gut ausgebauten Hauptstraße.

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