Rundfahrt Cap Corse - Dia-Faszination-Natur

Mount Ngarahoe im Tongariro Nationalpark in Neuseeland
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Kurvenreiche und aufregende Rundfahrt am Cap Corse
Die extrem kurvenreiche Rundfahrt durch das Cap Corse ist der landschaftliche Höhepunkt der Region Haute Corse. Wir brauchen immer ein paar Tage, um richtig anzukommen und mir ist am Tag nach der Anreise beim Frühstück ein wenig schlecht. Beim Gedanken an fünf Stunden Autofahren mit unzähligen Kurven wird mir richtig schlecht und ich würde das am liebsten auf den nächsten Tag verschieben. Für den ist aber schlechtes Wetter angesagt und den landschaftlichen Höhepunkt von Haute Corse sollte man natürlich, wenn möglich, bei Sonne machen. Und die scheint von einem nur leicht bewölkten Himmel.
Auf dem Weg zum 500 Meter entfernten Supermarkt, in dem wir uns am 19.05.2025 mit Mineralwasser und Obst eindecken, lässt die Übelkeit schon ein wenig nach und außerdem habe ich am Tag vor der Abreise noch Magentropfen besorgt. Ob die bei Reiseübelkeit helfen, weiß ich nicht, weil ich sie zum Glück nicht brauche, obwohl der Tag ziemlich aufregend wird.
Stau und Unfall in Bastia
Der nördliche Zipfel der Insel liegt Luftlinie nur 35 km von Bastia entfernt. Die Anfahrt mit dem Auto kann aber trotzdem zur Geduldsprobe werden, wenn man im üblichen Verkehrschaos in Bastia an einer erst vor kurzem geräumten Unfallstelle vorbei muss. Immerhin löst sich der Stau gefühlt nach 10-15 Minuten auf und die Polizei ist scheinbar auch schon im Aufbruch begriffen. Aber bei Unfällen sind wir einfach nur froh, wenn wir nicht selbst darin verwickelt sind.
Wir kommen auch im weiteren Verlauf nicht besonders schnell voran und das liegt nicht nur an der Geschwindigkeitsbegrenzung von 30 km/h und den unzähligen Geschwindigkeitsschwellen, die garantiert dafür sorgen, dass das Tempolimit eingehalten wird, weil man teilweise auch bei unter 30 km/h ordentlich durchgerüttelt wird.
Wenig Fotostopps
Nachdem wir Bastia hinter uns gelassen haben, lässt das Verkehrsaufkommen deutlich nach und es ist auch am Cap Corse deutlich weniger als erwartet. Das Cap ist keine klassische Touristenregion und so haben wir weitgehend freie Fahrt. Stehenbleiben ist trotzdem keine gute Idee und so fällt die fotografische Ausbeute der abwechslungsreichen und spektakulären Steilküsten eher mager aus. Irgendwie können wir die landschaftlichen Schönheiten auch nicht richtig genießen. Das könnte vielleicht daran liegen, dass wir schon ziemlich viel gesehen haben und sich Küstenlandschaften auf die Dauer bis zu einem gewissen Grad ähneln.
Außerdem sind wir ziemlich auf die Straße konzentriert, Manfred, weil er fahren muss und ich, weil ich die Kurverei besser vertrage, wenn ich weiß, wann welche Kurve kommt. Das weiß ich von früheren Reisen, in denen mich nur regelmäßige Fotostopps vor akuten Zwangsstopps bewahrt haben.
Immerhin findet Manfred bei den wenigen Fotostopps mit Nahaufnahmen von einigen Blumen einen gewissen Ausgleich zum stressigen Fahren. Er fährt auch schon lange nicht mehr so gerne wie früher und das ist auch einer der Gründe, warum wir so lange nicht nach Korsika gefahren sind.
Wir brechen die Fahrt zur Nordspitze der Insel ab
Wir machen auch keine Abstecher zu malerischen Bergdörfern, auch weil die Nebenstraßen ins Landesinnere noch enger und kurvenreicher sind als die gut ausgebaute Küstenstraße. Deshalb brechen wir auch den geplanten Abstecher nördlichsten Ort der Insel ab. Beim Anblick der extrem schmalen und genau genommen einspurigen Straße ist uns beiden nicht mehr wohl und wir hoffen, dass wir keinen Gegenverkehr haben. Das ist natürlich absolut illusorisch und so kommt uns nach kurzem ein Postfahrzeug entgegen – und zwar zum großen Teil auf unserer Seite der Fahrbahn. Der Postler nimmt das vermutlich gelassener als wir. Schließlich fährt er diese Strecke jeden Tag.
Wir müssen uns erst ans Fahren auf Korsika gewöhnen und ich habe, wie erwähnt, ohnehin nicht den besten Tag. Nach dem Beinahe-Zusammenstoß ist auch Manfred ein wenig schlecht und so drehen wir in der nächsten Ortschaft bei der ersten Gelegenheit um. Auf dem Rückweg kommen uns zahlreiche andere Fahrzeuge entgegen, aber zum Glück fahren die nicht so rasant wie der Postbedienstete.
Nach einer kurzen Pause fahren wir über Ebra an die Westküste des Cap Corse. Eigentlich wollten wir das mittelalterliche Nonza besichtigen. Aber der kleine Ort ist komplett zugeparkt und das auch an Stellen, an denen man aus gutem Grund nicht parken darf. Teilweise schieben sich die Autos im Schritttempo aneinander vorbei.
Zahlreiche Beinahunfälle
Auch ein Autowrack, das weit irgendwo weit unten in der Steilküste hängt, können wir nicht fotografieren, weil wir, wie so oft, nirgends stehenbleiben können. Bei meinen ersten Besuchen zu Beginn der 1990er Jahre waren Autowracks in den Steilküsten ein gängiger Anblick und wirkten wie Mahnmale zum vorsichtigen Fahren. Scheinbar wurden und werden Unfallautos mittlerweile auch an schwer zugänglichen Stellen geborgen.
Wir wissen nicht, wie viele Beinahunfälle wir während der 5-stündigen Fahrt durch das Cap Corse hatten. Es waren einige, um nicht zu sagen, viel zu viele. Kurvenreiche Straßen verzeihen nicht viele Fehler und wir sind froh, dass wir auf unserer ersten Rundfahrt durch Korsika mit vielen Schrecken davongekommen sind.

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