Bootstour La Scancola – Grandioses Naturerlebnis mit emotionalem Höhepunkt
Die 3-stündige Bootstour nach La Scandola gehört zu den unumstrittenen Höhepunkten einer Korsika-Reise und für mich auch das bisherige Highlight unserer Reise. La Scandola ist das älteste Naturschutzgebiet Frankreichs. Das Gebiet steht seit 1975 unter der Aufsicht der Behörde des Parc naturel régional de Corse gestellt und gehört inzwischen gehört zum UNESCO-Welterbe. La Scandola ist nur zu Fuß oder mit einem der zahlreichen Ausflugsboote erreichbar.
Wie gewünscht sind wir am 25.05.2025 um 13:50 Uhr an der Bootsanlagestelle, damit wir pünktlich um 14 Uhr ablegen können. Mit uns warten noch vier weitere Personen, das Boot bietet Platz für 12 Passagiere und wird also nur halb voll. Um 14:05 Uhr kommt auch das Ausflugsboot an.
Die Küste und die Felsformationen sind wirklich spektakulär und ich genieße die Fahrt von Anfang an und bin auch froh, dass wir eine grandiose Naturkulisse ohne Autofahren erleben können. Jetzt weiß ich wieder, warum ich unbedingt nochmal nach Korsika wollte. Allerdings versucht der Bootsführer, seine Verspätung wieder aufzuholen und gibt ziemlich Gas. Damit wird das Fotografieren aus dem fahrenden Boot zur Herausforderung. Aber das sind wir gewohnt und irgendwie kriegen wir das schon hin.
Lieber nass als seekrank
Nach La Scandola verschließt der Bootsführer die Fenster mit Plastikfolie, „damit wir keine Dusche abgekommen“. Auf der anschließenden rasanten Fahrt über offenes Gewässer ist der Seegang dann wirklich gewaltig. Die Wellen schwappen auch immer wieder ins Innere des Boots und wir bekommen auch einige Spritzer ab. Zum Glück haben wir unsere Regenjacken dabei, die uns zuvor gut gegen den doch recht frischen Fahrtwind geschützt haben und die uns langsam zu warm werden, weil die Temperatur in der geschlossenen Kabine stark angestiegen ist.
Die Luft ist auch nicht mehr so gut wie vorher. Manfred ist nicht mehr besonders gut und seine Gesichtsfarbe wechselt langsam ins Grünliche. Er ist schon seit langem nicht mehr wirklich seetauglich und ich streiche im Geiste schon die Bootstour in Bonifacio. Ich vertrage den hohen Seegang erstaunlich gut, aber Manfreds offensichtliche Seekrankheit macht auch mir zu schaffen.
Emotionaler Höhepunkt
Das nächste Highlight unserer Bootstour ist die Fahrt durch einen Felsbogen und in eine Grotte. Die grandiose Naturkulisse wird durch die musikalische Untermalung mit typisch korsischer Musik mit polyphonen Gesängen zu einem sehr emotionalen Gesamterlebnis, das ich natürlich unbedingt dokumentieren möchte.
Natürlich ist Filmen auf einem wackligen Boot eine Herausforderung, vor allem, wenn alle Passagiere sofort ganz vorne stehen und alle guten Plätze belegt sind und auch noch der Akku der Kamera fast leer ist und die entsprechende Anzeige schon hektisch blinkt, obwohl kurz vorher noch zwei Striche angezeigt wurden. Aber das kommt öfter vor, dass die Anzeige ziemlich schnell von halb voll auf fast leer springt. Immerhin hält der Akku noch her, bis wir wieder aus der Grotte raus fahren.
Emotionen beim Sichten des Videos
Das teilweise extrem verwackelte Video haut mich auch fast ein Jahr später komplett um, als ich es für den Reisebericht schneide, den ich ursprünglich gar nicht schreiben wollte. Ich erinnere mich auch an eine Busfahrt auf einer meiner ersten Korsika-Rundfahrten mit Rucksack und öffentlichen Verkehrsmitteln Anfang der 1990er Jahre, bei der der Busfahrer einen CD der sehr erfolgreichen korsischen Gruppe „I Murini“ aufgelegt hat. Ich weiß nicht mehr, wohin ich damals gefahren bin. Aber die polyphonen Gesänge und vor allem die Ode an Korsika „A te Corsica“ haben diese Fahrt zu einem einzigartigen Erlebnis gemacht.Die Bootstour durch das Naturschutzgebiet Scandola ist auch ohne Musik ein grandioses Erlebnis und so ist es kein Wunder, dass plötzlich die erste Speicherkarte meiner Kamera voll ist. Aus irgendeinem Grund ist die zweite Speicherkarte schreibeschützt. Aber dieses kleine technische Problem lässt sich zum Glück ganz einfach beheben und ich kann weiter fotografieren.
Spektakulärer und gemächlicher Ausklang
Das Capu Rosso steht leider nicht gut im Licht. Deshalb fotografieren wir lieber einige Felsformationen, die aus dem Wasser herausragen. Für bizarre Felsformationen können wir uns immer begeistern.
Die weitere Fahrt wird wieder gemächlicher und verläuft wieder entlang der spektakulären Küste. Manfred geht es auch wieder besser. Er ist aber trotzdem froh, als wir um 17:15 Uhr wieder festen Boden unter den Füßen haben. Und wir freuen uns auch, wieder in die Sonne zu kommen. So eine Bootstour ist doch eine ziemlich frische Angelegenheit. Aber die Tour in das älteste Naturschutzgebiet Frankreichs war trotz einiger Widrigkeiten der bisherige Höhepunkt unserer Reise.