Die andere Seite der Baja California - Massentourismus im Badeparadies für Amerikaner


Aus der  Sicht des Touristen gibt es zwei Baja California's - den Wüstenfinger im Meer mit seinen einsamen und unberührten
Landschaften, seinen Naturschönheiten und seiner Vielfalt an Kakteen - und das Badeparadies, das vor allem für Amerikaner
eine preiswerte Alternative zum kostspieligen Inselparadies Hawaii bietet.

Der obere Küstenabschnitt zwischen Tijuana und Ensenada ist fest in amerikanischer Hand. Hier reiht sich ein amerikanisches
Ferienressort an das nächste.

Einige Touristen bleiben auch in den zahlreichen Ressorts an der Westküste hängen, die grundsätzlich an schönen Buchten
liegen und exklusiv alles bieten, was das Touristenherz begehrt.

La Paz

Wer auch im Urlaub nicht auf McDonalds, Burgerking, KFC und natürlich ein anregendes Nachtleben verzichten möchte,
muss allerdings wohl oder übel nach La Paz fliegen oder aber die lange Strecke durch die Einsamkeit des Wüstenfingers
im Meer auf sich nehmen.

Nach den Strapazen der langen Fahrt durch Wüsten, Berge und Kakteen – oft sind die Wüsten auch ohne Kakteen und
nur ziemlich öde – wird der erholungsbedürftige Tourist dann aber mit allem Komfort belohnt.

Am Campingplatz in La Paz spricht natürlich jeder Englisch. Klar, es sind ja fast nur Amerikaner da. Die französischsprachige
Familie neben uns kommt erwartungsgemäß nicht aus Europa, sondern aus dem französischsprachigem Teil Kanadas.

Hier gibt es sogar ein Internetcafé und eine freundliche Mit-Camperin macht mich darauf aufmerksam, dass es auch hier 
am Campingplatz eine Möglichkeit gibt, online ins Internet zu gehen, als sie meinen Laptop sieht. Natürlich hat auch sie 
ihren dabei. So fernab von der amerikanischen Zivilisation ist die Verbindung zur zivilisierten und hochtechnisierten
Außenwelt eben nur übers Internet herzustellen.

Ich bedanke mich höflich und teile ihr mit, dass ich hier nur meine Reiseaufzeichnungen mache.

Der Swimmingpool darf natürlich auch nicht fehlen, obwohl er nur zur Dekoration dient.

Ansonsten können wir über La Paz nicht viel berichten, wir sind nur hierher gekommen, um einige Fragen mit unserem
Autovermieter zu klären - z. B. warum der Ersatzreifen keine Luft hatte und warum das Profil der Reifen generell ein wenig
zu wünschen übrig ließ. Näheres hierzu unter
Abenteuer Mexico - Das Reisen in der Baja California.

Los Cabos - die Badeparadiese im Süden der Baja California

Hotel Cabo San Lucas.jpg (43483 Byte) Cabos San Lucas.jpg (49048 Byte) Cabos San Lucas Strand.jpg (57878 Byte) Cabos San Lucas Strand 01.jpg (54870 Byte)

Nachdem wir nun schon mal da waren, setzten wir auch unsere Reise in den Süden des Landes fort, in Los Cabos.
San José del Cabo und Cabo San Lucas sind der Inbegriff des amerikanischen Badetourismus in der Baja California.

Cabo San Lucas bietet neben luxuriösen Hotels vor allem guten Wassersportmöglichkeiten. Neben Surfen, Bootfahren
und Tauchen können Sie auch an einigen vorgelagerten Inseln schnorcheln.

Cabos San Lucas 01.jpg (46136 Byte) Kein Wunder, dass der mondäne Badeort auch ein beliebtes Ausflugsziel für Kreuzfahrtschiffe ist.

Die Hauptattraktion von Cabo San Lucas - El Arco - ein Felsbogen im Meer, ist vom Strand aus
nicht zu sehen. 

Wir suchten vergeblich nach einem Hinweisschild für die Abfahrt zur Küste. Nachdem wir die dritte Abfahrt ausprobiert hatten und
wieder in einer Hoteleinfahrt gelandet waren, erkundigten wir uns nach dem richtigen Weg - und landeten prompt vor dem nächsten
Hotel. Angeblich ist die Abfahrt einen Block weiter unten - und so standen kurz drauf vor der Konkurrenz,  dem nächsten Hotel.

Wir sollten doch ein Taxi nehmen, war die lapidare Auskunft.

Der nächste Hoteleingangs-Bewacher meinte was von Navy – hätte er es mir auf Spanisch gesagt, wäre es mir vielleicht nicht 
so spanisch vorgekommen.

Als wir schließlich einen Taxifahrer nach dem Weg fragten, bestätigte sich unser Verdacht, dass der malerische Felsbogen im
Meer nur per Boot erreichbar ist. Das war also mit Navy gemeint.

Es war mittlerweile 17:30 Uhr und wir hatten noch den 250 km langen Rückweg nach La Paz vor uns, wo unser Zelt mit unseren
ganzen Habseligkeiten am Campingplatz stand. Wir hatten das Auto fast komplett ausgeräumt, bevor wir zum Autovermieter
gefahren waren. An ein Hierbleiben war also gar nicht zu denken.

Also trösteten wir uns damit, dass wir auch schon anderswo Felsbögen im Meer gesehen hatten und fuhren unverrichteter Dinge
zurück zu unserem Campingplatz mit unseren vielen amerikanischen Nachbarn.

Dass wir keine Zeit für die Unterwasserschönheiten in diesem Teil der Baja California hatten, bedauern wir bis heute.

Aber in erster Linie wollten wir das Landesinnere erkunden - den Wüstenfinger im Meer.

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