Der Wüstenfinger im Meer - die Naturschönheiten der Baja California
Das Landesinnere erlebt der Großteil der Baja-Touristen nur auf der Durchreise in den subtropischen Süden des Landes.
Wohnmobile aus allen Teilen der USA, einschließlich Alaska – und auch aus Kanada prägen hier das Straßenbild.
Halt gemacht wird höchstens in den größeren Orten.
Bei einer Entfernung von 1.800 km von der amerikanischen Grenze zum touristisch hoch erschlossenen Süden des Landes sind einige Übernachtungen unumgänglich.
Der Wüstenfinger im Meer
Die Baja California trägt den Beinamen "Wüstenfinger im Meer".
Große Teile des Landesinnern sind landschaftlich unspektakulär und wenig reizvoll.
Unspektakuläre Strecken sind aber auch bei Reisen durch den Südwesten der USA keine Seltenheit.
Und dennoch nehmen Millionen von Touristen die langen Fahrten durch uninteressante Gebiete bereitwillig auf sich, um zu den Sehenswürdigkeiten vorzudringen.
Bereits nach wenigen Tagen nimmt uns die Baja California mit ihrem herben Charme gefangen.
Wir bereuen schon bald, dass wir nicht mehr Zeit mitgebracht haben für dieses außergewöhnliche Land.
Aber wir brauchen unbedingt noch Zeit für das Nachbarland USA, um noch einige Gebiete für unsere Show neu zu fotografieren.
Als Naturfreunde sind wir von der Vielfalt an Kakteen begeistert, die der ansonsten teilweise recht eintönigen Landschaft Farbe und Leben verleihen.
Tiere sehen wir an Land leider kaum - höchstens einige Geier, die über entlegenen Gebieten kreisen.
Dafür Kakteen, Kakteen, Kakteen ...
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Landschaftlich besonders reizvoll ist die Strecke von San Ignacio zur Laguna San Ignacio - dem Whale Watching Paradies der Baja California.
Diese knapp 60 km lange Strecke gehört zu den interessanten und abwechslungsreichsten Strecken, die wir in der Baja California gefahren sind.
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Leider stellt der Zustand der Piste höchste Ansprüche an den Fahrer – und zunehmend auch an die Beifahrerin.
Irgendwann kommt der Satz „Wo hast du mich da bloß wieder reingehetzt ?“
Und der Blick für die Landschaft und die vielfältige Vegetation geht uns zunehmend verloren.
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Leider sind viele Sehenswürdigkeiten in der Baja California nur über extrem schlechte Pisten erreichbar.
Sie können zwar meistens mit einem PKW befahren werden, sind jedoch die für Mietautos eigentlich nicht zugelassen.
Dass wir uns - wie viele andere auch - über dieses Verbot hinweg setzen und einige Schwächen unseres Mietwagens sollten uns zu einem unvergesslichen Urlaubserlebnis verhelfen.
Parque Nacional de Constitución de 1857
Auch die Nationalparks Parque Nacional de Constitución de 1857 und der Parque Nacional Sierra San Piedro Mártir sind nur über Pisten erreichbar.
Diese Pisten sind nur im trockenen Zustand befahrbar.
Die 65 km lange Zufahrt zum Parque Nacional de Constitución de 1857 ist nach heftigen Regenfällen total verschlammt.
Wir drehen nach wenigen Kilometern um.
Hier gibt es übrigens laut Reiseführer einen malerischen See, der von Granitfelsen umgeben ist. Sicher ein Paradies für Naturfreunde und Camper !
Parque Nacional Sierra San Piedro Mártir
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Der Nationalpark Sierra San Piedro Mártir ist sehr hoch gelegen und die Zufahrt war Ende Februar oberhalb von 2.000 Metern zugeschneit.
Auch hier heißt es umdrehen, solange es unsere Sommerreifen noch erlauben.
Dieser Park weist laut Reiseführer eine besonders vielfältige und für Mexiko außergewöhnliche Flora und Fauna auf.
Aber auch in der Baja California gibt es Winter, zumindest im gebirgigen Inland.
Und nur im Winter tummeln sich die Grauwale vor den mexikanischen Küsten.
Somit gelangen wir zu der traurigen Erkenntnis, dass es in der Baja California scheinbar unmöglich ist, gleichzeitig Wale und die recht hoch gelegenen Nationalparks im Landesinneren zu sehen.
Wer also alles haben will - hat nur eine Möglichkeit: Zweimal anreisen - einmal im Winter und einmal in der wärmeren Jahreszeit.
Parque Natural del Desierto Central und die Granitfelsen um Catavina
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Mehr Glück haben wir in den flacheren Regionen im Landesinneren, wie der Zentralwüste.
Der landschaftliche Höhepunkt der Desierto central ist die Gegend um Catavina.
In Catavina finden Sie neben einigen kleinen Cantinas, in denen man übrigens sehr gut isst, auch das luxuriöse La Pieta Hotel.
Die Hauptattraktion von Catavina sind die Granitblöcke, die sich hier auf einer Strecke von 10 km sich auf beiden Seiten der Straße auftürmen.
Uns hat diese Gegend sofort an die Felsformationen im Joshua Tree Nationalpark in Südkalifornien erinnert.
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Bei Catavina sind die Felsen neben der Straße größtenteils stark verschmiert. Bereits wenige Meter von der Straße entfernt hören die Schmierereien auf.
Der Lonely Planet spricht vom Catavina Boulder Field, auf der Karte hat das Gebiet keinen Namen.
Und natürlich gibt es hier auch keine markierten Wanderwege, aber es sind immer wieder kleine und gut befahrbare Pisten vorhanden.
Sie können das Gebiet also auch recht gut zu Fuß erkunden.
Zwar weisen hier keine Hinweisschilder auf besondere Attraktionen hin und es gibt kein Wonderland of Rocks wie im Joshua Tree Nationalpark.
Aber genau genommen ist das ganze Gebiet ein Wonderland of Rocks.
Und es macht Spaß, nicht auf ausgetretenen Pfaden zu wandern und mit etwas Fantasie können Sie auch hier interessante und bizarre Felsformationen entdecken.
La Bufadora - das Blowhole bei Ensenada
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La Bufadora - zu Deutsch "Büffelschnauben" – ist eine der Attraktionen in der Nähe von Ensenada.
Wir kommen am Samstag gegen 9 Uhr beim Blowhole an – und La Bufadora erwacht gerade zum Leben.
Nicht das Blowhole, das ist bereits lebendig und wird einige Stunden später mit eintretender Ebbe eher ruhiger werden.
Nicht aber der geschäftige Ort La Bufadora, der sich um diese Sehenswürdigkeit herum gebildet hat. Hier geht der Trubel erst richtig los.
Die Straße, die zum Blowhole führt, ist eine Aneinanderkettung von Imbissbuden und Souvenirshops, die vor allem Kitsch verkaufen.
Beim Gang durch die Buden kann man gleichzeitig die internationale Hitparade hören
Jeder zweiter Verkaufsstand hat einen anderen Sound.
Mexikanische Klänge verbreitet nur der Gitarrenspieler am Blowhole selbst – aber das nur für zahlungswillige Besucher.
Wir sind froh, dass wir so früh hier sind. Eine Stunde später hätten wir hier wohl Schlange stehen müssen, um das Blowhole überhaupt zu sehen.
Zumindest ist das auf den Postkarten ersichtlich, die wir hier noch erstanden haben.
Übrigens kosten 5 Postkarten 37 Pesos, also ca. 4,80 €. Ein Mehrfaches des normalen Preises.
Die Vulkanlandschaft im Osten der Baja California
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Die Mex 5 im Osten der Baja California ist landschaftlich recht abwechslungsreich.
Ein größerer Streckenabschnitt führt durch eine recht bunte Vulkanlandschaft, die teilweise an das Death Valley in Kalifornien erinnert.
An das bunte Vulkangebiet schließt eine kleine, recht übersichtliche Dünenlandschaft an.
Dünenwandern macht immer Spaß, vor allem, wenn mal keine Dunebuggies die Ruhe und das Wandererlebnis stören und die Dünen so unversehrt und intakt sind, wie wir sie vorgefunden haben.
Unsere Fußabdrücke sind an diesem Tag die ersten Spuren im Sand.
Die Fahrt auf der Mex 2 nach Tecate - Granitfelsen und Canyons
Auf der Fahrt von Mexicali nach Tecate auf der Mex 2 entlang der amerikanischen Grenze herrschte neben Regen auch noch dichter Nebel.
Die Strecke liegt teilweise auf 1.300 Metern und in den Bergen setzt sich eben so einiges fest.
So gibt der Nebel nur gelegentlich den Blick auf die aufregenden Felsgiganten frei, die hier einen Teil der Landschaft bestimmen.
Auf der kurvenreichen Strecke wäre Anhalten und Fotografieren aber sowieso nicht möglich gewesen.
Der Blick in den Abgrund auf der anderen Seite bleibt uns durch den Nebel verborgen, vielleicht klappt es ja beim nächsten Mal.
Zurück in die USA
Nach nur zwei Wochen in der Baja California geht es zurück nach Kalifornien.
Und so kommen wir zum zweiten Mal in eine andere Welt. In eine Welt, die unserer eigenen um so vieles ähnlicher ist.
Schlagartig ist alles sauber und rein. Die Straßen sind in gutem Zustand, die Fahrweise diszipliniert.
Und trotzdem: Wir wären gerne noch etwas länger geblieben und hätten noch mehr gesehen von diesem für uns Zivilisations-verwöhnte Deutsche so außergewöhnlichen Land.
Wir haben nicht nur die schönen Seiten der Baja California gesehen, die im Reiseführer und in Prospekten abgebildet sind:
Die Strände im Süden des Landes, die amerikanischen Ferienressorts an der Mex 1 entlang der Ostküste und die gepflegten Touristenorte.
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Wir haben die Baja California in ihrer ganzen Länge durchfahren - mit offenen Augen für ihre Naturschönheiten und einem kritischen Blick für die Lebensumstände ihrer Bewohner.
Eine Reise in die Baja California gefällig ?
Ob Sie in die Baja California oder ein ähnliches Land reisen wollen, ist Ihre Entscheidung.
Wie so vieles im Leben ist auch die Baja California in erster Linie eine Einstellungssache.
Wer auf einen bestimmten Standard nicht verzichten kann oder möchte oder den Anblick von Armut, Schmutz und Elend nicht erträgt, könnte im Nordteil der Baja California ernsthafte Probleme bekommen.
Wenn Sie sich aber nicht sofort von den ungewohnten Gegebenheiten des Landes entmutigen lassen
- nicht ständig Vergleiche mit dem Standard ziehen, den Sie bei uns oder in klassischen Urlaubsländern wie den USA vorfinden
- wenn Sie außerdem in der Lage sind, mit unvorhergesehenen Situationen gelassen umzugehen
- und in Schwierigkeiten eine Herausforderung zu sehen und ein bisschen Abenteuergeist mitbringen
dann können Sie in der Baja California einen sehr interessanten Urlaub verbringen - einen etwas anderen Urlaub ..
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